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Pravda a Ježíš | Ježíš a pravda

Eberhard Jüngel (1976/77)
4. Für das christliche Wahrheitsverständnis ist die Identifikation der Wahrheit mit der Person Jesu Christi konstitutiv.
4.1 Ihren unmißverständlichen Ausdruck hat diese Identifikation in der Selbstprädikation des johanneischen Christus gefunden: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater denn durch mich. Wen ihr mich erkennt, werdet iohr auch meinen Vater erkennen (Joh. 14,6f).
4.2 Die Exklusivität dieses Anspruches läßt sich – auch durch andere biblische Texte – nicht relativieren, ohne das zugrundeliegende Wahrheitsverständnis der Lüge zu überführen. Diese exklusive Identifikation von Wahrheit und Jesus Christus verträgt keine Korrekturen oder auch nur Ergänzungen, ohne ad absurdum feführt zu werden.
5. Wird die Identifikation der Wahrheit mit der Person Jesu Christi ernst genommen, so besagt sie
5.1 in hermeneutischer Sicht: daß es keine wahre Erkenntnis Gottes gibt, die nicht als solche eine durch Jesus Christus – wie auch immer – bewirkte und auf Jesus Christus als ihren Gegenstand – wie auch immer – bezogene Erkenntnis ist. Kann eine durch Jesus Christus bewirkte Erkenntnis Gottes ohne die Kenntnis dessen geschehen, ohne daß sie Jesus Christus beim Namen nennen können muß (wenn auch nicht notwendig nennen muß)? Wenn ja, wie?
5.2 In soteriologischer Hinsicht: extra Christum nullam salutem esse.
6. Die hermeneutische und soteriologische Exklusivität Jesu Christi gilt jedoch gerade deshalb, weil in Jesus Christus und nur in ihm alle Menschen Gottes Kinder sind, mithin auch dann in einem Verhältnis zu dem Gott.der der Vater Jesu Christi und eben deshalb auch aller Menschen Vater ist, „leben, weben und sind“, wenn sie sich ihrerseits auf andere Götter oder aber überhaupt nicht auf so etwas wie einen Gott beziehen.
6.1 ...
(Gelegentliche Thesen zum Problem der natürlichen Theologie, in: 7717, Entsprechungen, München 1980, S. 199.)
date of origin: září 2013