ARCHIV LADISLAVA HEJDÁNKA
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Existence (a transcendence) | Transcendence (a existence

Karl Jaspers (1962)
1) Existenz ist nicht Sosein, sondern Seinkönnen, das heiβt: ich bin nicht Existenz, sondern mögliche Existenz.
Existenz steht ständig in der Wahl, zu sein oder nicht zu sein. Ich bin nur im Ernst des Entschlusses. Ich bin nicht nur da, nicht nur der Punkt eines Bewuβtseins überhaupt, nicht nur der Ort geistiger Schöpfungen, sondern in diesen allen kann ich ich selbst oder in ihnen verloren sein.
2) Schon das Bewuβtsein ist das Dreisein: das Subjekt des „ich denke“ ist auf Gegenstände gerichtet und ist darin auf sich selbst bezogen in Selbstbewutsein.
In dieser Struktur liegt existentiell eine tiefere: Existenz ist das Selbst, das sich zu sich selbst verhält und darin sich auf die Macht bezogen weiβ, durch die es gesetzt ist (Kierkegaard).
Sie ist Freiheit (nicht die Freiheit der Willkür des Daseins, nicht das Einstimmen in die Richtigkeit des Bewuβtseins überhaupt, nich die in Ordnungen des Geistes schaffende Phantasie) auf eine unfaβliche Weise: sie ist Fraiheit, die nicht nur durch sich selbst ist, sondern die sich ausbleiben kann. Sie ist Freiheit nicht ohne die Transzendenz, durch die sie sich geschenkt weiβ.
Der Ort der Transzendenz oder die Transzendenz selbst ist das Allumgreifende und als solches Verborgene, das für Existenz und allein für Existenz in der Erfahrung ihrer Freiheit Wirklichkeit ist. Existenz ist nicht ohne Transzendenz. Dies ist gleichsam die Struktur der Existenz, abgesehen davon wie Transzendenz im Raum des Bewuβseins überhaupt und des Geistes auch immer vorgestellt und gedacht wird.
3) Existenz ist als der je Einzelne, als dies selbst, unvertretbar und unersetzbar.
In den Kategorien „das Allgemeine und das Individuum“ scheint die Existenz als das Individuum bestimmt. In den Kategorien „Wesen und Wirklichkeit“ (essentia und existentia) scheint die Existenz als Wirklichkeit bestimmt. In diese Kategorien aber ist der Sinn der Einzigkeit und Unvertretbarkeit hineinzunehmen.
Das geschieht nicht, wenn ...
(3333, Der philosophische Glaube angesichts der Offenbarung, Piper, München 1963, S. 118.)
vznik lístku: květen 2014