Archiv Ladislava Hejdánka | Kartotéka

Zde najdete digitalizovanou podobu Hejdánkovy originální kartotéky. Její celkový objem čítá mnoho tisíc lístků. Zveřejňujeme je po částech, jak je zvládáme zpracovávat. V tuto chvíli máme zpracované to, co prof. Hejdánek sám vypracoval elektronicky. Zbývá ovšem mnoho práce na papírových kartičkách. Kromě Hejdánkových výpisků z četby obsahuje kartotéka také jeho vlastní myšlenkovou práci z posledních let, kterou nejde dohledat jinde.


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záznamů: 180

Jazyk (mluva)

Eugen Rosenstock-Huessy (1955)
. . .
In dieser Geschichte kommt das Dilemma unserer Zeit zum Ausdruck. ...
Wir stehen vor einer sprachlich armen Zukunft. In dieser neuen Gesellschaft wird weder die Redegewandtheit von /26/ Daniel Webster noch von Philipps Brooks, weder von St. Paul noch von Shakespeare von den Massen gehört werden. Die Wellenlänge, auf der Menschen heute hören oder sprechen, hat auf „Infra-Eloquenz“ gewechselt, in einen leicht hingeworfenen Stil wie „Mir doch gleich“ und „Du kannst mich mal“. Wenn das die Zukunft ist, hat das Christentum keine Zukunft. Denn der Fluß lebendiger Rede ist das Zeichen lebendiger Christen. Er macht Pfingsten gegewärtig mit seinem Geschenk der Zeugen oder er hat aufgehört zu fließen.
(3651, Des Christen Zukunft, München 1956, S. 25-6.)
vznik lístku: březen 2014

Pokrok | Budoucnost a pokrok

Eugen Rosenstock-Huessy (1955)
Fortschritt und Zukunft sind tatsächlich untrennbar, aber das Verhältnis ihrer Abhängigkeit ist gerade umgekehrt. Genau deswegen, weil das Christentum die Zukunft erschaffen hat, ist der Fortschritt die Gabe der christlichen Zeitrechnung.18 Und er verschwindet genau proportional zu unserer Entfernung von dieser Zeitrechnung. ... Was wäre denn z.B. aus der griechischen Wissenschaft und Philosophie geworden, wenn Rom einfach gestürzt wäre wie Babylon, ohne eine Kirche, um sie wieder aufzunehmen und ihre Wiedergeburt zu beginnen? War das nicht einer unserer Siege seit dem 12. Jahrhundert?
Die Idee des Fortschritts wurde nicht 1789 oder 1942 erfunden. Jesus versprach, daß seine Nachfolger Größeres vollbringen würden, als er getan hatte (Joh. 14, 12). Die Kirchenväter verteidigten den Fortschritt als die christliche Anschauung gegenüber dem heidnischen Glauben an Zyklen des Schicksals, bei denen das goldene Zeitalter in der Vergangenheit liegt; sie verkündigten die Auerstehung des Lebens und der Liebe nach und durch Leiden, wodurch Gott selbst Fortschritt in den Herzen der Gläubigen macht.19 Im Zwölften Jahrhundert prophezeite Joachim von Fiore für das folgende Jahrhundert sichtbaren, irdischen Fortschritt über die Kirche hinaus, und damit proklamierte er alle sozialen Reformen und Revolutionen unseres eigenen Jahrhunderts.20 Aber seine Konzeption des Fortschritts über die Kirche hinaus war abhängig von dem Dasein der Kirche, weil sie nur mit dieser gegeben war, und dadurch blieb seine Einstellung christlich.21 Jeder Rückschritt oder Zyklus des Großen Jahres wurde ausdrücklich im Mittelalter bekämpft.22 Die betont moderne Fortschrittsidee ist kaum älter als das 18. Jahrhundert, als ein Mann wie Condorcet, in seinem „Les progrès de l´esprit humain“,23 sich löste von den vorausgehenden Jahrhunderten religiöser Kontinuität und ein außergöttliches Humanitätsideal aufstellte.24 ...
(3651, Des Christen Zukunft, München 1956, S. 118-9.)
vznik lístku: březen 2014

Nepředmětnost a předmětnost | Předmětnost a nepředmětnost

Jan Patočka (1968)
Tu by bylo možno ptát se, není-li to dogmatický přístup, který ve skutečnosti sebejistou reflexi předpokládá. ... Ve skutečnosti, zdá se mi, je reflexívní sebezachycení východiskem, ale nepostačí, právě tak jako tematizace vnějších předmětů je vždy možná, ale je nepůvodním přístupem k věcem. Reflexívní sebezachycení, v němž nežijeme vždy, má svůj původ a důvod; existenciální fenomenologie dovede vyložit vznik předmětné jasnosti z nepředmětné, kdežto naopak to není možné.
(„Přirozený svět“ v meditaci svého autora po třiatřiceti letech, in: 6006, Přirozený svět jako filosofický problém, Praha 1970, str. 201.)
vznik lístku: červen 2014

Předmětnost a transcendování | Gegenständlichkeit und Transzendieren | Nepředmětné (Ungegenständliches) | Ungegenständliches | Transzendieren und Gegenständlichkeit

Karl Jaspers (1932)
... Alles Philosophieren überschreitet, was in klarer Objektivität als Sein für jedermann dasselbe ist. ...
...
Transzendieren überhaupt
1. Überschreiten der Gegenständlichkeit. – Philosophie ist das denkende Vergewissern eigentlichen Seins. Weil kein Sein, das als erforschbarer Gegenstand gegeben wäre, ales das eigentliche Sein haltbar ist, muß Philosophie über alle Gegenständlichkeit tranzendieren.
... /38/ ...
In jedem Denkakt transzendiere ich im ersten Sinne, sofern ich als Subjekt etwas Transsubjektives meine. Eigentliches Transzendieren heißt jedoch: Hinausgehen über das Gegenständliche ins Ungegenständliche. ...
(3337, Philosophie I, Berlin etc. 1956, S. 37; 38.)
vznik lístku: květen 2014

Předmět (a jev | Fenomén (jev) a předmět

Karl Jaspers (1931)
Spricht sich das transzendierende Bewuβtsein aus in dem Satze, die Welt sei Erscheinung, so findet sich doch nichts, wovon sie Erscheinung wäre. ... Wenn die Welt Erscheinung heiβt, so ist das, wovon sie Erscheinung wäre, prinzipiell kein Gegenstand und kein möglicher Gegenstand, nicht einmal ist es an sich im kategorialen Sinne irgendeines bestimmten Seins. Welt als Erscheinung ist nur der Ausdruck für das Grenzbewuβtsein oder für jenes Transzendieren, das mir die Welt, und mich in ihr, gleichsam zur Schwebe bringt, ohne mich zu einem Anderen aus ihr hinauszuführen. In der Welt hat daher die Aussage, sie sei Erscheinung, keinen Sinn. Dieser Sinn kommt nur von der Grenze her.
(3337, Philosophie Bd. I, Springer, Berlin etc. 1956, S. 43.)
vznik lístku: březen 2015